#teamgeist und was sonst noch so passiert ist

Ja, ich weiß, dass ich ein schlechter Mensch bin. Ich habe wirklich versucht, dass mein Blog nicht so endet, wie der eines jeden anderen Frewilligen, der für ein Jahr weg geht – nach einem halben Jahr. Aber es wirklich verdammt schwer, dass hinzubekommen. Die Motivation ist irgendwie nirgends zu finden und entweder es passiert überhaupt nichts berichtenswertes, oder einfach zu viel auf einmal.

Nun gut. Da mich die WordPress-Muse heute wohl doch geküsst hat, werde ich dieses seltene Ereignis nutzen und euch kurz berichten, was seit meinem letzten Beitrag so alles spanndendes passiert ist.

20.03.17: Nach einem Vorfall, den ich hier nicht weiter ausführen will, muss ich mein Auto unfreiwilligerweise von meinem kleinen Ford Focus auf einen Lincoln upgraden. Ich möchte dazu nur sagen, dass ich sehr dankbar für die „Small Accident Forgivness“  Policy meiner Autversicherung bin – noch hörerer Beiträge könnte ich mir wahrscheinlich nicht leisten.

23.03.17: Dank Cinderellas Auftritt bei „Disney on Ice“ werden Kindheitsträume wahr. Ich beweise außerdem sehr eindrucksvoll, dass Frauen wirklich nicht einparken können.

24.03.17: Ankunft beim World-Horizon Zwischenseminar in Mears, MI. Es ist T-Shirtwetter, 10°C. Das Haus ist – einfach schön. Es hat sogar warme Duschen, auch wenn sich uns die Benutzungsweise dieser erst nach einiger Zeit erschließt.

25.03.17: Unsere erste Wanderung zu den Sanddünen. Es ist windig, kalt, anstrengend, majestätisch, beeindruckend und ich habe die ganze Zeit Angst, dass ich mich verlaufe und nie wieder festen Boden betreten werde. Diese Angst erweist sich als halbwegs unbegründet. Wir brauchen zwar länger für den Rückweg, aber irgendwann kommen wir wieder im Haus an. Abends dann die erste Runde Werwolf. Es wird nicht die letzte bleiben.

26.03.17: #teamgeist. Tine Wittler wäre so stolz auf uns.

28.03.17: Der Beweis. Auch Deutsche können Salsa tanzen. Ha! Angesichtes der Menge an produziertem Dosenpfand könnte es sich bei diesem Eindruck allerdings auch um eine Illusion handeln.

29.03.17: Die schönsten Disneyinterpretation. Twerk-Unterricht vom Master himself. Aber keine Toleranz für Helene Fischer.

01.04.17: Der letzte Tag. Ein letztes Mal die Sanddünen sehen, ein romantischer Sonnenuntergang am Leuchtturm (#pureMichigan), Lagerfeuer und die letzte Runde Werwolf.

02.04.17: Tag der Abreise. Das macht mich ein bisschen traurig und ein bisschen froh. Tag der Ankunft. Sowohl für mich, als auch für meine Eltern. Wir kommen beide in Chicago an. Sie, um sich die Stadt anzusehen, ich für eine Camp Konferenz. Da es regnet, habe ich im überdachten ziemlich luxuriösen Resort glaube ich das bessere Los gezogen.

03.04.17: Ich hab noch nie so viele Erwachsene auf einem Haufen Kinderspiele spielen sehen. Wahrlich beeindruckend.

05.04.17: Mit meinen Eltern mache ich mich auf den Weg zurück zu meiner Gastfamilie. Es regnet und stürmt. Die Fahrt dauert länger als geplant und wir verbringen die Nacht in Detroit. Die allgemeine Stimmung ist dem Wetter nicht unähnlich.

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06.04.17: Die Stimmung hellt sich im Gegensatz zum Wetter etwas auf. Der Grund: Wären wir am Abend vorher zurückgefahren, hätte mein neues Auto genau da gestanden, wo jetzt dieser Mast auf dem Boden liegt. Und natürlich auch, dass meine Eltern meine Gastfamilie kennenlernen und ich endlich wieder in meinem eigenen Bett schlafen kann. Herrlich.

08.04.17: Meine Eltern und ich machen uns auf den Weg nach Ludington, einer kleinen Stadt an der Westküste von Michigan – ungefähr 20 Minuten von Mears weg, ich kann diesem Ort einfach nicht entfliehen. Als Flucht kann man allerdings unsere Abreise vom Haus meiner Gastfamilie bezeichnen – dort ist nämlich die Magen-Darm-Grippe ausgebrochen.

09.04.17: Ein lebensverändernder Restaurantbesuch. Das House of Flavors. Ein kostenloses Eis mit jeder Mahlzeit. Ich glaube, ich bin verliebt.

10.04.17: Zurück zu den Sanddünen. Man könnte fast denken, dass man in der Wüste wäre.

Aber auch nur fast. Dafür ist es nämlich deutlich zu kalt.

14.04.17: Zurück von unserem entspannten Trip geht es jetzt ans Eingemachte. Bildungsuralub pur. Wir besuchen meine Lieblingsstadt Frankenmuth. Ich hoffe, man hört den Sarkasmus. Obwohl – wer kann so viel Schönheit widerstehen?

Ich finde ja,  dass das ziemlich genau Deutschland entspricht. Vor allem die Pastikblumen vor dem Biergarten. Und natürlich wird auch in Deutschland auf der Straße Volksmusik gespielt. Ich meine, ich kenne eigentlich keinen Ort Zuhause, in dem das nicht so ist.

15.04.17: Es fühlt sich irgendwie komisch an, meine Eltern zum Flughafen zu bringen. Bisher war das immer anders herum. Auf dem Rückweg werde ich beinahe von einem spurwechselnden Fahrzeug gerammt, da sich in Amerika die großartige Erfindung des Blinkers leider noch nicht ganz so herumgesprochen hat.

20.04.17: Von einer Gastschwester an die nächste, dann an meine Gastmutter und schließlich an mich weitergegeben erreicht mich 2 Wochen nach Erstausbruch dann endlich auch der lang ersehnte Magen-Darm-Virus. Einfach herrlich. Da das jetzt schon der zweite seit Februar ist, sehe ich die Sache anfangs noch ganz entspannt. Sollte ja morgen dann auch wieder vorbei sein.

27.04.17: Nach einer Woche Krankheit kehre ich wieder an die Arbeit zurück – ein wunderbares Gefühl. Es ist der erste Tag, an dem ich statt Toast und Kamillentee richtiges Essen zu mir nehme. Damit ich das Ganze nicht zu sehr genieße, macht mir mein liebes Auto einen Strich durch die Rechnung. Ich sage nur so viel – wenn die Fahrertür nur mit einem Seil zugehalten wird, lässt es sich nicht allzu entspannt fahren.

28.04.17: Mit zwei Mitarbeiterinnen mache ich mich auf den Weg zu meiner ersten Bridal Shower. Also nicht meiner. Keine Angst, ich habe noch niemanden geheiratet und bin auch nicht schwanger, Mama.

30.04.17: Eine Reihe lustiger (und natürlich überhaupt nicht mit Geschlechtsverkehr zusammenhängender) Spiele, interessanter Gespräche und sehr viel kostenlosem Essen später machen wir uns auf den Heimweg. Es regnet.

01.05.17: Ich bin traurig, weil ich arbeiten muss. Es regnet immer noch.

02.-11.05.17: Nichts spannendes passiert.

12.05.17: Das letzte Respite bis nach dem Sommer beginnt. Langsam wird es ernst.

14.05.17: Das letzte Respite endet. Fazit: Ein Krankenhausbesuch, dafür aber keine überflüssigen Körperflüssigkeiten im Speisesaal. Eine gute Bilanz. Danach erstmal gas station icecream. Die erste dieses Jahr, endlich wird es warm. Herrlich.

15.05.17: Zurück im Camp. Dieses Mal für das Spring Camp. Ich bin als One-on-One eingeteilt – bei der Ankunft meines Campers macht mich seine Betreuerin richtig glücklich. Nicht. Erst gibt sie mir unglaublich viel Mut, indem sie mir erzählt, dass ihr Schützling besser auf Männer hört und erklärt mir dann auch noch, dass sie ihn bis 12 Uhr mittags haben ausschlafen lassen. Um 12 Uhr nachts erreicht meine Liebe für diese Frau wirklich den Höhepunkt, da seitens meines Campers anscheinend noch lange nicht an Schlaf zu denken ist.

16.05.17: Mittags kommt endlich meine männliche Ablösung. Ich war noch nie glücklicher. Natürlich geht besagter Camper diese Nacht dann um 9 Uhr ins Bett.

18.05.17: Viel zu spät wird endlich auch der letzte Camper abgeholt. Jetzt bitte nicht falsch verstehen – ich liebe meinen Job und ich liebe meine Camper. Aber trotzdem möchte ich nicht länger als nötig warten müssen, bis sie abgeholt werden.

19.05.17: Pünktlich zu unserem Challengetraining kommt ganz im Michigan Stil ein Temperatursturz. War es die letzten Tage noch fast 30°C, sind es jetzt windige 10°C. Man muss es einfach lieben. Trotzdem ist der Ausblick von der Spitze unserer Climbing Wall immer wieder einfach schön.

22.05.17: Nach 3 Monaten raffe ich mich endlich mal wieder auf meinen Blog weiterzuschreiben.

 

Der Countdown läuft meine Freunde – in weniger als 90 Tagen habt ihr mich wieder am Hals ❤

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