3. Fazit (4 1/2 Monate)

-18°C. Das war bisher die kälteste Temperatur, die wir hatten. Dazu circa 20cm Schnee. Und das dann für 3 Wochen – Willkommen in Michigan. Aber, keine Sorge – jeder ist stets bemüht, mir zu versichern, dass das erst der Anfang war. Vor 2 Jahren waren -18°C das Wärmste, was es für Monate gab – ich bin also realtiv zufrieden.

Relativ unzufrieden bin ich aber auch. Und zwar mit den für die Straßenräumung zuständigen Behörden. Unsere Straße wird manchmal für Tage nicht geräumt. Und wenn dann ein kleiner Ford Focus trotzdem probiert, auf eine andere Straße abzubiegen, dann kann es schon mal vorkommen, dass der kleine Ford Focus in einer großen Schneewehe steckenbleibt. Oder in drei. An einem Tag. Man muss den Winter einfach lieben!

Weihnachten war hier genauso wie in Deutschland – nur anders. Es gibt die gleichen Weihnachtsbäume, nur dass die meisten künstlich sind und die auch nicht immer grün. Statt Heilig Abend gibt es Geschenke am Weihnachtsmorgen und für die wird traditionell viel mehr Geld ausgegeben als in Deutschland. Und damit das auch jeder merkt, werden die Preisschilder oft ganz dezent mal eben nicht entfernt. Bei den Familien meiner Gasteltern war es sehr laut und wir haben jeweils einen großen Müllsack mit Geschenkpapier gefüllt. Go Green. Es hätten ja auch mehr sein können.

Bibel Trivia wird nicht mein Lieblingsspiel. Es kann schon peinlich sein, wenn man weniger weiß als die 7jährige Gastschwester.

Amerikaner posten zu viel auf Facebook. Es gibt glaube ich jetzt schon mehr Bilder von mir von diesem Jahr, als je zuvor – und die meisten sind eher unschöne Schnappschüsse.

Käse ist hier ungefähr 5 Monate haltbar. Ich glaube, ich möchte nicht wissen, was da so alles drin ist.

Ich vermisse Döner. Neulich habe ich mal ein Pitabrot mit Lammfleisch probiert ($9!) und… naja, also es war schon irgendwie lecker, aber es war eben nun mal kein Döner.

Die beiden oben beschriebenen Missstände haben mich neben unzählbaren anderen zu einem Verräter gemacht. Es tut weh und es ist mir wirklich schwer gefallen, aber ich hatte keine andere Wahl. Es war untragbar. Unvermeidbar. Ich, Anne Vogel, habe die Nicht-Salatschlange verraten. Ich weiß, es ist hart. Aber wenn die Alternativen FastFood und Toast sind, dann kann man einfach nicht anders, als sich gesund zu ernähren. Deshalb esse ich jetzt jeden Tag Salat zum Mittagessen. Zum Ausgleich habe ich aber zu Weihnachten Nutella und deutsche Schokolade bekommen – es kann ja nicht sein, dass ich in den USA abnehme!

Um die Bettdecken hier richtig zu benutzen, braucht man meiner Meinung nach einen Studienabschluss. Es sind mindestens vier verschiedene und es gibt nicht einen Morgen, an dem mir nicht eine fehlt, oder alle total ineinander verhedert sind.

Ich bitte um eine runde Mitleid. Die Benzinpreise sind gerade bei $2.50. Man hat es schon schwer in diesem Land.

Silvester ist hier wirklich unspektakulär. Ich war bei Freunden, wir haben uns um 23.55 Uhr vor den Fernseher gestellt, den Balldrop in NYC angeguckt und sind dann wieder weiterfeiern gegangen. Ich denke, mir sind Feuerwerkskörper irgendwie lieber.

Ich kann nicht glauben, dass ich schon über 1/3 Jahr / 4 1/2 Monate / 19 Wochen / 136 Tage /3240 Stunden / 194400 Minuten / 11664000 Sekunden hier bin. Die Zeit verfliegt genauso schnell, wie die Motivation zum Blog schreiben – ich gebe zu, dass der Alltag mich relativ fest im Griff hat. Ich werde allerdings versuchen, meinen nächsten Eintrag früher als in 2 Monaten zu schreiben – verprechen kann ich allerdings nichts.

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