2. Fazit (2 Monate)

Unglaublich. Zeit kann wirklich schnell vergehen. Vor allem, wenn man beschäftigt ist. Wie ihr merkt, hab ich kaum Zeit zum schreiben.

Kleine Kinder sind sehr süß. Meistens. Unglaublich, wie schnell die Stimmung von engelsgleichem Lachen zu herzzereißendem Weinen umschlagen kann. Und über die Dezibelzahl will ich gar nicht nachdenken.

Ich gewöhne mich langsam daran, dass über all in unserem Haus Spielzeug rumliegt. Ich hab wirklich lange nicht mehr so spannende Spiele wie „Go Fish“ oder „Candyland“ gespielt. Morgens bin ich spätestens um 7.30 Uhr wach, aber auch nur, weil ich wirklich bei Lärm schlafen kann.

Meine Gasteltern lernen gerade deutsch. Naja, wir wollen ja nicht übertreiben, aber sie machen Fortschritte. Mir war gar nicht klar, dass deutsche Aussprache so schwierig ist. Immerhin gibt es immer etwas zu lachen. Vor allem, weil „Nacht“ und „Nackt“ doch wirklich sehr gleich klingen. Im Gegenzug muss ich aber mindestens zweimal am Tag „squirrel“ versuchen auszusprechen. Wie ich dieses Wort hasse.

Ich habe eine neue Lieblingsstraße.

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Und ein neues Lieblingsgeschäft.

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Neulich war ich in einem deutschen Laden. Und habe Ritter Sport Schokolade für $3.50 gekauft. Ich werde mich nie wieder darüber beschweren, 1€ für Schokolade zu bezahlen. Also gute Schokolade, denn Hershey’s kann man kaum als solche bezeichnen.

Frozen hat eine unglaubliche Wirkung auf Kinder. Sogar als gute Nachtgeschichte auf deutsch.

Ich esse zu viel Eis. Wirklich, zu viel. Es sind aber auch immer Riesenportionen. Menno. Aber dafür gehe ich vor dem Eis-essen zum Zumba.

Mastodon-Knochen sind echt cool, wenn man sie auf dem eigenen Camp-Gelände rumliegen hat. Vor allem, weil mein Gastvater sie ursprünglich gefunden hat. Tja, ich gebe mich eben nur mit besonderen Leuten ab. Aber jetzt mal ehrlich, es ist das „kompletteste“ Skelett eines Mastodons (der Amerikanische Elefant, etwas Mammut ähnlich) seit den 1940er, das man in Michigan gefunden hat. Insgesamt 60-70%, inklusive des Schädels. Das aus der Nähe zu sehen, war schon beeindruckend. Die Ausgrabung wurde von der University of Michigan durchgeführt und war von Michigan bis San Francisco überall in den Zeitungen und im Fernsehen. Siehe hier und hier.

Es ist so komisch – in den letzten drei Jahren war ich immer auf der Suche nach Eiern. Also nicht nur an Ostern, sondern immer wenn ich etwas am Hansenberg backen wollte. Jetzt haben wir einfach mal so 12 dutzend Eier im Kühlschrank rumstehen und nur meine Gastmutter und ich mögen überhaupt Eier. Tja, manchmal spielen Angebot und Nachfrage nicht so gut zusammen.

Ich habe eine neue universelle Ausrede/Erklärung, für alles, was ich tue oder eben nicht tue: Sorry, but I’m German. Herrlich. Hoffentlich kann ich in einem Jahr so tun, als ob ich Amerikaner wäre, das hätte was.

Vor ein paar Wochen hatten wir Challengetraining, weshalb ich jetzt Leute abseilen kann, was schon echt cool ist. Und auf einmal haben mir die Knoten aus der Jugendfeuerwehr im echten Leben weitergeholfen – dass das mal der Fall ist, damit hätte ich wirklich nie gerechnet. Mastwurf, Achterknoten und Halbschlag and die Macht!

Der Wahlkampf wird hier ganz anders wahrgenommen als in Deutschland. So habe ich das jedenfalls im Gefühl (#postfaktisch). Während in Deutschland Trump alle für eine Witzfigur halten, werden ihn hier einige wählen, einfach weil sie Hilary noch viel schlimmer finden. Ich habe gelernt, einfach tolerant gegenüber allen Meinungen zu sein, denn so verrückt und abwegig sie zuerst auch klingen mögen, es stecken doch meistens ernste Sorgen dahinter. Das einzige, was ich immer hervorhebe, ist, dass man aus der deutschen Geschichte lernen kann, dass einer Mauer nie eine gute Idee ist.

Zum Schluss noch etwas positives. Ich habe mich noch nie in Walmart verlaufen! Klar, ich brauche schon so 10 Minuten, um zu finden, was ich suche, aber trotzdem. Etwas, worauf man durchaus stolz sein kann.

Und damit kann ich nur noch sagen: Gute Nackt.

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Ein Gedanke zu “2. Fazit (2 Monate)

  1. Leslie Heimann

    Liebster Vogel ❤
    das hört sich doch alles ganz, ganz wunderbar an!
    Ich freu mich, dass es dir so gut geht und bewundere dich und Samara immer noch für eure Entscheidung 🙂
    Muchos saludos desde Mexico 🙂

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