Go fishing, they said. It’ll be fun, they said

Naja, lustig war es schon – zumindest im Nachhinein. Ich sollte mich vielleicht erklären – am letzten Wochenende fand der traditionelle fishing trip des Fowler Centers statt.

Es ist also Freitag, der 26. (26:2=13 – klingelt da was?) August 2016. 12 Uhr. 6 Camper werden wir hier treffen, die anderen 4 am Campingplatz. Um 2 sind dann sämtliche Camper und ihre Medikamente eingecheckt, wir gehen alle nochmal aufs Klo und dann reiten wir los.

fishing_trip9Nach circa dreieinhalb Stunden Fahrt – sogar mit Stau, was hier sehr selten, aber genauso nervig ist wie in Deutschland – kommen wir dann schließlich auf dem Campingplatz in Monroe an. Einer nach dem anderen trudeln die anderen Camper ein, wir schlagen unser Lager auf und gehen dann erst mal zum Strand.

Der ist eine Überraschung für mich. Ich hatte irgendwie mit etwas, naja, kleinerem gerechnet. Der See ist riesig, das andere Ufer kann man nur erahnen. Eine Weile genießen wir einfach die schöne Aussicht, dann kehren wir zurück zu den Zelten. Dinnertime. Es gibt Hotdogs. War ja irgendwie klar.

Danach komme ich in den Genuss, das erste Mal die hiesige Spezialität der Michigander zu probieren: S’Mores. Dieser Nachtisch mit dem klangvollen Namen besteht aus Zucker auf Zucker mit einer Zuckerfüllung. Anders gesagt: Schokolade auf Keksen mit einer Füllung aus gegrillten Marshmallows. Ungesund, pappig, lecker.

 

Die Nacht ist kurz, da unsere Nachbarn ihren Kindern erzählt haben, dass 3 Uhr nachts die beste Zeit zum Rumschreien ist. Danke auch. Leider wollen wir mit dem ersten Boot um 8 Uhr ablegen und da auch ich auf diesem Boot sein soll, klingelt mein Wecker um 6.15 Uhr. Yippie.

 

Nach einem eineinhalbstündigen Wecken-fertig machen-Frühstücksmarathon kommen wir genau pünktlich am Bootssteg an. Unser Kapitän leider nicht. Wäre ja auch zu schön gewesen.

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Wieder auf festem Boden

Wir legen dann schließlich doch ab. Doch als wir dann an der geplanten Stelle ankommen, stelle ich fest, dass ich Angeln echt zum Kotzen finde. Leider wortwörtlich. Immerhin bin ich damit nicht alleine und als dann die Hälfte des Bootes über „leichtes Unwohlsein“ klagt, drehen wir um und fahren zurück zum Steg. Halleluja.

 

Um dieses Desaster nicht zu wiederholen, verlegen wir das Angeln für das zweite Boot lieber an Land. Wir sind ungefähr 10 Minuten am Angelsteg, als es anfängt zu Donnern. Gerade so, schaffen wir es noch, alle Sachen in Kisten und Zelte sowie die Camper in den Autos zu verstauen, bevor es anfängt wie wild zu regnen. Jetzt sind alle doch sehr froh, dass das zweite Boot nicht mehr rausgefahren ist.

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Um trotzdem noch etwas Nautrfeeling aufkommen zu lassen, fahren wir zu Cabella’s, einem riesigen Geschäft für Outdoorbedarf. Hier gibt es alles, was man wirklich braucht. Waffen, Pizza-Outdoor-Öfen und Jalapeno-Kocher (49 Jalapenos auf einmal, wow!). Eine Stunde später hat sich das Wetter beruhigt und wir fahren zurück zum Campingplatz, wo es trotzdem Fisch gibt. Zwar aus dem Laden, aber hier soll es schließlich um Fisch gehen und wir lassen uns doch von so ein paar Kleinigkeiten nicht unterkriegen.

Der Zeltplatz sieht aus wie ein Schlachtfeld. Die Zelte sind zu einer Seite umgekippt und haben sich während des Gewitters in Swimming Pools verwandelt. Alles, aber auch wirklich alles, ist nass. Nicht nur ein bisschen feucht, nein. Komplett durchgeweicht. Zumindest bei mir, andere hatten da mehr Glück. Trotzdem schläft es sich in nassen Schlafsäcken nicht so angenehm, weswegen ein vollgepackter Van zum nächsten Waschsalon geschickt wird. Und weil es ja sonst langweilig wäre, bleibt der natürlich auf dem Rückweg liegen.

 

Der Rest des Trips verläuft verhältnismäßig ruhig. Schlaf wird sowieso überbewertet und die morgendlichen Pancakes schmecken ein bisschen nach Pappe, aber damit kann man leben. Kurz vor der Abfahrt wird der zweite Van fertig und wir wollen gerade den Campingplatz verlassen, als uns die Meldung erreicht, dass 30 Minuten von uns ein Tornado sein Unwesen treibt. Jetzt wollen wir den Campingplatz noch schneller verlassen. Und tatsächlich schaffen wir es, unbehelligt von weiteren Schwierigkeiten, wieder im Camp anzukommen. Ich kann mich nicht erinnern, mich jemals mehr über eine Dusche gefreut zu haben.

 

Zugegeben, das liest sich jetzt alles negativer, als es tatsächlich war. Es sind schließlich gerade die verrückten Erlebnisse, die das Leben interessant machen. Die Camper und Campmitarbeiter, die ich kennengelernt habe, sind alle herzlich, offen und nett. Und nicht nett als die kleine Schwester von scheiße, nein, wirklich nett. Und egal, was auch „schief gelaufen“ ist, hat niemand jemals seine gute Laune verloren.

Das mag jetzt vielleicht kitschig klingen, aber das Fowler Center hat bewiesen, dass es sein Motto ernst nimmt – „Together we can!“

 

 

Trotzdem bin ich froh, dass wir bei den nächsten Ausflügen in Hotels übernachten.

 

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