It’s a lifestyle -Vorbereitungsseminar in den Alpen

Es ist Donnerstag, der 23.06.2016. Am Holzknechtmuseum in Ruhpolding versammeln sich immer mehr Leute mit Rucksäcken. Es ist eine seltsame Gruppe, alle begrüßen sich und sind gut gelaunt, aber keiner weiß so recht, wer der andere überhaupt ist.

Nach ein paar Kennenlernspielen geht es dann den Berg hoch. 3, 4,5 oder 6 Stunden, die Zahl variiert, je nachdem, welchen Teamer man fragt, immer nur bergauf. Und das bei 32 Grad Außentemperatur mit 15 kg Gepäck. Gut und gerne kann man sagen, dass wir alle ziemlich erschöpft sind, als wir schließlich oben ankommen. Oben, das sind 2 Almhütten, die jetzt für ein paar Tage unser Zuhause sein sollen. Und damit beginnt das Vorbereitungsseminar 2016.

IMG-20160703-WA0089

Man kann die Zeit auf der Alm wahrscheinlich in vier große Teile teilen – die Outdoor-Activities, die Themenblöcke, die spezifische Einsatzvorbereitung sowie alles dazwischen.

Wir haben vermutlich Dinge an der frischen Luft erlebt, die sonst keiner von uns vorher erlebt hatte. Aber normalerweise fälllt man eben auch keine Bäume mit Axt und Säge, um mal eben eine Brücke zu bauen. Man klettert auch nicht auf 25m hohe Fichten, nur mit einem Seil gesichert und schreit seinen Namen heraus. Oder läuft, nur ausgestattet mit einem Kompass und Koordinaten, zu einem Wasserfall. Oder wandert drei Stunden einen Berg mit gefühlt 80° Steigung hoch. Und dann zwei Stunden wieder runter. Oder versucht, nur mit Schlafsack und Isomatte an einem Flussbett zu übernachten und muss dann nachts um 2 bei strömendem Regen und Gewitter wieder zur Almhütte zurücklaufen. Wenn man allerdings liegen bleibt, nennt man das ganze Abenteuer ein „Biwak“. Wieder was gelernt.

Aber natürlich haben wir uns nicht nur draußen rumgetrieben. Wir wurden sensibilisiert für bestimmte Themen, genauer gesagt Armut, Kultur, Rassismus sowie Macht & Privilegien. Und während wir uns bei Präsentationen, Diskussionen oder TED-Talks geistig beteiligten, gab es auch immer jemanden, an dem ich meine Massagefähigkeiten weiter trainieren durfte. Alles so aufopferungsbereite Menschen!

Natürlich haben wir uns nicht nur diese Präsentationen angehört. Es ist ja schließlich ein Seminar. Deshalb gab es auch noch die länderspezifische Vorbereitung auf unseren Einsatz, wo wir uns, Überraschung, Präsentationen anhörten. Aber die waren wir wirklich sehr interessant und haben zumindest bei mir die Vorfreude auf mein Auslandsjahr noch einmal extrem gesteigert, einfach aus dem Grund, weil alles so langsam doch real wird. Es ist in diesen Tagen von „Nächstes Jahr mache ich dann einen IJFD“ zu „In eineinhalb Monaten sitze ich im Flieger“ geworden. Und das klingt eigentlich verdammt gut.

Jetzt fragst du dich sicher – oder auch nicht, aber das kann ich jetzt auch nicht ändern – was wir in der restlichen Zeit getan haben. Kurz gesagt: sehr große Lagerfeuer, eine Massagekette, Rehgulasch, Polaroid-Fotos. Außerdem haben wir noch UNO asozial, Looping Louie (Ja, das Kinderspiel, NICHT das Trinkspiel!), Durak und natürlich Doppelkopf gespielt, Buffalo mit Tape verhindert, 10 mal den Rauchmelder ausgelöst, im Dunkeln gespült und Gruppe 1+2 vereint. Ich denke, damit ist das wichtigste gesagt.

Außer vielleicht, dass ich mich ungeheur freue, alle meine Mitstreiter in 6 oder 12 Monaten wiederzusehen, ihnen ein wunderschönes Jahr wünsche und nur mit auf den Weg geben kann: It’s a lifestyle!

13600185_10209714960256445_6257135508760532979_n

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s